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Aktuelles Steuergespräch

62. BSG am 6. März 2017

31. Berliner Steuergespräch

Finanzmarktkrise - Auch eine Steuerkrise?

Die Finanzmarktkrise bestimmt derzeit das Weltgeschehen und strahlt auf alle Bereiche des Wirtschaftslebens aus. Auch bei der Unternehmensbesteuerung werden ihre Auswirkungen deutlich zu spüren sein.

So verstärkt die Zinsschranke, zu Zeiten der Hochkonjunktur eingeführt um Gewinntransfers ins Ausland zu unterbinden, jetzt ungewollt die negativen Effekte der Finanzkrise. Der eingeschränkten Abzugsfähigkeit des steigenden Finanzierungsaufwandes steht die schlechter werdende Ertragslage der Unternehmen gegenüber. Der Gesetzgeber wird zu überprüfen haben, ob er die Zinsschrankenregelung nicht entschärfen bzw. durch zielgenauere Instrumente ersetzen muss.

Die häufig anzutreffenden Sanierungssituationen werden vom geltenden Steuerrecht nicht ausreichend berücksichtigt. Allerdings plant der Gesetzgeber, im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetzes eine Sanierungsklausel für Übernahmen zur Verhinderung der Insolvenz einzuführen, so dass in Sanierungsfällen Verlustvorträge des sanierungsbedürftigen Unternehmens nicht nach der "Mantelkaufregelung" des § 8c KStG untergehen.

Einen Überblick über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Unternehmensbesteuerung gaben Günther H. Oettinger (Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart) und Prof. Dr. Clemens Fuest (Oxford University Centre for Business Taxation, Oxford) mit ihren Referaten.
Die Referenten diskutierten im Anschluss daran mit Dr. Thilo Sarrazin (Deutsche Bundesbank, Frankfurt/Main), Dr. Gerhard Schick (Mitglied des Deutschen Bundestages, Berlin), Dr. Volker Wissing (Mitglied des Deutschen Bundestages, Berlin) und den Gästen des Auditoriums über mögliche Maßnahmen zur Vermeidung zusätzlicher Belastungen für die Unternehmen und zur Krisenbewältigung.